Heiko Mehnert

Mein Auto lügt und betrügt mich

16. October 2018

Marketing-Standpunkte.


Leider ist nicht nur etwas im Staate Dänemark faul – frei nach „Hamlet“. Wir müssen nicht mehr nur über die Einhaltung des Sender-Empfänger-Modells sprechen, um Kommunikation möglich zu machen – für Marken und Unternehmen – nein, es geht hier und heute um mehr.


Wenn Marketingziele falsch verstanden werden, dann ist Profitgier, leider muss man es so sagen, Ausgangspunkt für diverse Verhalten, die unserer Gesellschaft widerstreben – nein, sie zersetzen und diese in ihren Grundfesten zerstören.


Klartext: Wenn ein Unternehmen mit seinen Marken seine Kunden belügt und betrügt – sogar strafrechtlich verfolgt wird – dann müssen alle sofort „Stopp!“ schreien und konsequent handeln. Stichwort: VW-Skandal. Wer das Vertrauen missbraucht, wird mit Vertrauensentzug bestraft.


Ist das nicht klar und unmissverständlich?


Und: Wenn ich ein Auto kaufe und mich damit auch in gewisser Weise abhängig mache – es soll fahren und zuverlässig sein – und genau dieses Auto dann Mittelpunkt von Lug und Betrug wird – was mache ich dann?


In Amerika war das einfach. Ich wurde entschädigt.


In Europa und in Deutschland sah und sieht das anders aus.


Wenn jetzt der Vorstand sich hinstellt und immer noch keine akzeptable Lösung für seine Kunden in Deutschland besitzt, aber jammert, dass E-Mobiltät ohne die richtigen Energie-Mix-Strategien „uns“ ins Verderben führen würde, dann ist dem berühmten Fass der Boden ausgeschlagen worden. (VW-Chef Diess am Jammern)


Wer jahrzehntelang in eine Feinstaub-Technologie investiert – dann mit dieser lügt und betrügt – fast alle Entwicklungsschritte verpennt oder falsch interpretiert, der sollte seine Marken vom Markt nehmen und neu anfangen. Das stimmt alles hinten und vorne nicht. Wer schon einmal in Wolfsburg in der Vorstandsetage Mäuschen spielen durfte, der weiß, das ist eine andere Welt mit dem Problem, nicht von dieser Welt zu sein.


Mein Marketing-Standpunkt: Der Volkswagenkonzern muss sich wieder seinen Kunden zuwenden. Nicht mit Polemik, Verkaufsförderung, sondern mit echter Kommunikation (siehe oben: Sender-Empfänger-Modell), Marken vom Markt nehmen, neue Marken initialisieren, sofort alle Verantwortlichen des Skandals aus dem Konzern „feuern“. Ganz transparent. Hart aber herzlich. Das wäre verantwortungsvoll für Kunden und Arbeitnehmer. Und: Mit dem Jammern aufhören.